Gastransit über Österreich nach dem Unfall in einem Terminal wieder aufgenommen

Am Dienstag hat eine Explosion in einem Terminal in Baumgarten eine Person getötet und mehrere andere verletzt und einen Teil der Gaslieferungen in Europa unterbrochen.

Am Tag nach der Explosion in einem österreichischen Gasterminal gab der Betreiber Gas Connect Austria am Mittwoch bekannt, dass der Gastransit über Österreich wieder zu “100%” aufgenommen wurde. Bei einer Explosion im Terminal Baumgarten im Osten des Landes, nahe der Grenze zur Slowakei, ist am Dienstag ein Mensch ums Leben gekommen und 21 weitere Menschen sind verletzt worden. Mit einer Jahreskapazität von 40 Milliarden Kubikmetern ist der Terminal Baumgarten einer der wichtigsten Knotenpunkte in Mitteleuropa für russisches und norwegisches Gas.

Die beschädigten Anlagen wurden vom übrigen Netz isoliert und “alle Transitstrecken konnten vor Mitternacht wieder in Betrieb genommen werden und sind zu 100% betriebsbereit”, erklärte der Direktor, Harald Stindl, dem Österreichischen Rundfunk Ö1.

Italien hatte den Ausnahmezustand ausgerufen

Das Terminal Baumgarten verarbeitet zu dieser Jahreszeit 6 Millionen Kubikmeter Gas pro Stunde und versorgt Italien und Kroatien sowie einen Teil Westeuropas über Transitstrecken für Gas in Deutschland. Der Unfall hatte dazu geführt, dass Italien den “Ausnahmezustand” über seine Lieferungen ausrief und die Gaspreise in die Höhe trieb.

Nach Ansicht von Herrn Stindl könnte die Ursache des Unfalls mit der kürzlich erfolgten Installation eines neuen Filters zusammenhängen, der “einen technischen Defekt” hervorrief.

Russland nimmt Unfall “zur Kenntnis”

Zugleich wurde bekannt, dass Russland diesen Vorfall “zur Kenntnis” nahm. Nicht ohne Grund, da das Land seit Jahren um den Bau und die öffentliche Anerkennung für das umstrittene Projekt einer weiteren Pipeline direkt nach Deutschland wirbt. Das vom ehemaligen deutschen Bundeskanzler unterstütze Projekt würde auf der einen Seite die Gaslieferungen nach Westeuropa sicherstellen. Zugleich sinkt dadurch jedoch die Bedeutung der Pipelines und Knotenpunkte in Osteuropa sowie in Österreich. Pro-amerikanische Politiker fordern die Erstellung neuer Seeterminals für die Anladung von Flüssiggas aus den USA.

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