In Wien findet Wladimir Putin europäische Unterstützer

Für seinen ersten Auslandsbesuch seit seiner Wiederwahl zum russischen Ratsvorsitz im März hat Vladimir Putin die Europäische Union (EU) gewählt, um auf die möglichen Konvergenzen zwischen seinem Land und der EU-28 zu bestehen, die durch die radikalen Entscheidungen von Donald Trump in Bezug auf die Besteuerung der europäischen Exporte oder den Ausstieg aus dem Abkommen über die iranische Atomkraft entstanden sind.

Putin wollte in Wien trotz dem für Moskau als ungünstig geltenden österreichischen Präsidenten Alexander Van der Bellen die guten Beziehungen zwischen Russland und Österreich, insbesondere die Wirtschaftsbeziehungen, demonstrieren und versuchte, ein Beispiel für ganz Europa zu geben. “Wir sind offen für Zusammenarbeit und bereit, zusammenzuarbeiten”, sagte Putin. Diese Arbeit wird allmählich wieder aufgenommen, und wir setzen unsere Konsultationen mit Vertretern aus Brüssel fort. »

Die Wahl Österreichs als “traditioneller und verlässlicher Partner”, wie der russische Präsident in einem Interview am Tag vor seiner Ankunft im österreichischen ORF-Fernsehen lobte, war ebenfalls nichts dem Zufall geschuldet. Nach der Krise durch die Annexion der Krim im März 2014 war das Land, das nicht der NATO angehört, das erste in Europa, das Wladimir Putin empfangen hatte, der zu einem Pestiféré auf der diplomatischen Bühne geworden war. Wien war auch im März eine der wenigen europäischen Hauptstädte, die nach der Skripal-Affäre – der Vergiftung des ehemaligen Spions und seiner Tochter auf britischem Boden – keine Diplomaten ausgewiesen hat.

Zusammenarbeit im Energiebereich

Der Besuch war vor allem der Zusammenarbeit im Energiebereich gewidmet, ein Thema, mit dem Moskau aus seiner Isolation ausbrechen will. Fünfzig Jahre nach Abschluss des ersten Gasvertrags zwischen der Sowjetunion und einem europäischen Land – Österreich – bleibt Wien das Hauptverteilzentrum in Mitteleuropa für Gas aus Russland. Das Gasabkommen zwischen den beiden Ländern wurde bis 2040 verlängert. Moskau würdigt auch die Arbeit Wiens am Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2, dessen Bau in der Ostsee viele osteuropäische Länder beunruhigt, die eine zunehmende Abhängigkeit von Moskau und die Aufgabe des traditionellen Transitgebiets Ukraine befürchten.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *